Lydia Haider

Lydia Haider

rüttelt und räumt sprachmächtig und geschichtsbewusst auf

Lydia Haider (Foto (c) Johannes Oberhuber)

Lydia Haider (Foto (c) Johannes Oberhuber)

Ihr Romandebüt „Kongregation“, das im Herbst 2015 erschien, schlug in der beschaulichen, heimischen Literaturlandschaft ein wie ein biblischer Hagelsturm und hinterließ Eindepschungen an der meist makellosen Oberfläche der glatten, erwartbaren Gegenwartsliteratur. Lydia Haider drückte dem Betrieb hierzulande ihren Stempel auf und dieser Stempel ist ein unverwechselbarer. Im Herbst 2016 folgte der Roman „rotten“ (beide Müry Salzmann). Haider bleibt auch in „rotten“ ihrem genuinen Sound treu: Bibel-Pathos trifft auf Gegenwartssprech. In „rotten“ verarbeitet die Autorin die unmittelbare Geschichte ihrer Heimat. Im ersten Teil schickt Haider sieben Wirte und Nazi-Nachfahren in den Tod, da wird nicht mit Blut und Drastik gespart. Erzählt wird in der Wir-Form einer Gruppe Jugendlicher, da wird nicht mit Alkohol und Drogen gespart. Im zweiten Teil geht es um die Mühlviertler Hasenjagd und immer geht es um die Sprache und die ist einzigartig.
Lydia Haider (*1985) ist in Steyr groß geworden, lebt in Wien, studierte Germanistik und Philosophie, arbeitet an ihrer Dissertation, hat zwei Kinder und wurde für ihre Arbeiten zuletzt mit dem Talentförderpreis des Landes Oberösterreich 2017 ausgezeichnet. Im Moment entsteht Roman Nummer drei mit dem Titel „Orgie mit Schriftstellerin“ sowie der Prosatext „Wahrlich fuck you du Sau, bist du komplett zugeschissen in deinem Leib drin“, der im Herbst 2018 bei Redelsteiner/Dahimène erscheint und zumindest Chancen hat, zum Titel des Jahres gewählt zu werden.

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